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Ein einig Volk gestresster Menschen

Julian Widiger | 09/03/2019

Die neuesten Zahlen des Bundesamtes für Statistik lassen aufhorchen. Für immer mehr Schweizer und Schweizerinnen nimmt der Stress bei der Arbeit zu. Gaben im Jahr 2012 noch 18% der Befragten an bei der Arbeit sehr oft gestresst zu sein, ist der Anteil 2017 bereits auf 21% gestiegen. Die Hälfte der Befragten fühlt sich zudem emotional erschöpft bei der Arbeit. Die gesundheitlichen Folgen eines solchen Arbeitsklimas können gravierend sein.

Arbeit um jeden Preis?

Arbeit kann spannend, motivierend und erfüllend sein. Sie setzt uns aber auch gewissen Belastungen aus. Diese Belastungen sind nicht nur physischer sondern auch psychischer Natur. Während die physischen Ansprüche an die Arbeitnehmenden weitestgehend unverändert blieben in den letzten fünf Jahren, haben die sogenannten psychosozialen Risiken beinahe durchs Band zugenommen. Besonders fühlen sich die befragten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gestresster, haben mehr Angst um ihren Arbeitsplatz, sind häufiger Wertekonflikten und Diskriminierung ausgesetzt und müssen mit gestiegenen Arbeitsanforderungen umgehen.

Die Hälfte der Befragten gab an mindestens dreien solcher physischen oder psychosozialen Risiken ausgesetzt zu sein. Dabei haben die Personen mit einer solchen Risiko-Exposition ihren eigenen Gesundheitszustand öfter als schlecht oder gar sehr schlecht beurteilt. Vor allem Stress, Angst um den Arbeitsplatz und emotionale Beanspruchung weisen einen klaren Zusammenhang mit dem Wohlbefinden der Befragten auf. Diese psychische Belastung sollte keines Falles verharmlost werden. Denn sich emotional verbraucht und ausgelaugt zu fühlen, gilt als ein Warnsignal für ein erhöhtes Burnout Risiko.

Leid und Kosten

Nebst dem persönlichen Leid, welches durch physische und psychische Überbelastung am Arbeitsplatz ausgelöst wird, sind auch die wirtschaftlichen Kosten beträchtlich. Schätzung des Schweizerischen Job-Stress-Index zu Folge haben Arbeitgeber 2018 in der Schweiz rund 6.5 CHF Milliarden Einbussen allein durch stressbedingte Produktivitätsverluste erlitten. Dabei sind medizinische Kosten die physische oder psychische Erkrankungen, wie Depression oder Burnout verursachen, nicht berücksichtigt.

Was können Arbeitgeber tun?

Der gestiegenen Stressbelastung und dem somit erhöhten Risiko von stressbedingten Erkrankungen können besonders Arbeitgeber entgegenwirken. Wie eine Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco festhält, stehen die Arbeitsorganisation und -gestaltung in enger Verbindung zu psychosozialen Risiken am Arbeitsplatz. Zu oft wird an diesen Stellschrauben jedoch nur gedreht, um Produktivitätssteigerungen zu erzielen. Auch werde psychische Belastung von den Arbeitgebern oft als individuelles Problem abgestempelt. Die Studie des Seco empfiehlt deshalb vermehrt Inspektionen in Unternehmen durchzuführen, um die Umsetzung von präventiven Massnahmen zum gesundheitlichen Schutz der Arbeitnehmer zu verbessern.

Der Autor, Julian Widiger, geboren 1992, ist Masterstudent der Volkswirtschaftslehre an der Universität Zürich. Seit 2014 arbeitet Herr Widiger im Bereich Social Media Management. Aktuell ist er dabei für die Firma DLS in Zofingen und die Stiftung SimplyScience.ch in Zürich tätig. Herr Widiger ist Mitbegründer der Musikplattform Besides Sessions, die seit 2014 unbekannten Schweizer Künstlern über Youtube und weitere Social Media Kanäle einen Online-Auftritt bietet.

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